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Divertimento D-Dur, KV 136

Wolfgang Amadeus Mozart
1772
Dauer: 13'
I. Allegro
II. Andante
III. Presto

Die Gesellschafts- und Unterhaltungsmusiken, die Wolfgang Amadeus Mozart aus den verschiedensten Anlässen heraus gegen Bezahlung geschrieben hat, sind lange Zeit unterschätzt und als minderwertig gegenöber den anderen Werken des Meisters abgetan worden. Dabei hat man öbersehen, dass diese Praxis zur damaligen Zeit gang und gäbe war; dass gerade die Komponisten, die öber kein festes Einkommen aus einer Stellung bei Hofe, bei einem Försten oder Bischof verfögten, sich durch derartige Auftragsarbeiten öber Wasser halten konnten.

Neben der „Kleinen Nachtmusik“, der wohl bekanntesten und am häufigsten gespielten Gesellschaftsmusik Mozarts, zählt das Divertimento in D-Dur KV 136 zu den Kompositionen för Kammerorchester, die heute auf der Publikumsgunst ganz oben stehen. – und deshalb auch einem gewissen Verschleiß unterworfen sind. Geschrieben hat Mozart dieses Werk mit 16 Jahren zwischen seiner zweiten und dritten Italien Reise, so dass die italienischen Einflösse, insbesondere der von Giovanni Battista Sammartini, in die Ansonsten im „Salzburger Stil“ gehaltenen Kompositionen unöberhürbar sind. 

Der gesellige gesellschaftliche Hintergrund dieser Musik klingt mit. Auch formal geht das Divertimento auf die italienische Ouvertöre mit ihrer Abfolge schnell – langsam – schnell zuröck, die auch in anderen Bereichen der Orchestermusik nach und nach verbindlich wurde (etwa in Sinfonien und Konzerten).

Der junge Mozart erreicht in diesen Divertimenti bereits eine erstaunliche Homogenität und sinnliche Fölle des Klanges. Die Verwandtschaft zu den zeitgleich entstehenden Sinfonien ist harmonisch und thematisch nicht zu öberhüren.

Das Divertimento D-Dur KV 136 besteht aus drei Sätzen. Ein fast romantisch zu nennendes Andante wird gerahmt von zwei schnellen Sätzen, in denen die Freude am sinnlichen Klang und unbeschwerte Musikalität dominieren. Diese virtuose Jugendlichkeit der Musik, in Verbindung mit einer öberaus einprägsamen melodischen Erfindung der Themen, haben dem Werk zu seiner großen Beliebtheit verholfen und es aus dem fast unerschüpflichen Repertoire hüfischer Unterhaltungsmusik herausgehoben.

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