
Solistin / Solist
John Neumeier
- Choreografie, Bühnenbild & Kostüme
Biografie
John Neumeier wurde 1939 in Milwaukee (Wisconsin, USA) geboren. Er studierte in seiner Heimatstadt sowie in Chicago, Kopenhagen und London. 1963 wurde er von John Cranko ans Stuttgarter Ballett engagiert. Nach vier Jahren als Ballettdirektor in Frankfurt am Main übernahm er ab 1973 das Hamburg Ballett und entwickelte die Compagnie zu einer der führenden deutschen Ballettensembles.
Bis heute gilt John Neumeiers Hauptinteresse dem abendfüllenden Ballett – sei es zu sinfonischer oder geistlicher Musik. Auf überzeugende Weise versteht er es, die klassische Balletttradition fortzuführen und um zeitgenössische Ausdrucksformen zu bereichern. Zu seinen neuesten Schöpfungen für das Hamburg Ballett zählen unter anderem Beethoven‑Projekt II (2021), Ghost Light (2020) und Die Glasmenagerie (2019). Zudem entstand Dona Nobis Pacem (2022) für Hamburg und auch das Ballett Werk The Lady of the Camellias wurde zur Spielzeit 2023/24 vom Wiener Staatsballett übernommen.
1975 initiierte Neumeier die „Hamburger Ballett-Tage“ als Saisonhöhepunkt. Drei Jahre später gründete er die Ballettschule des Hamburg Ballett, deren Absolventen heute über 80 % der Compagnie bilden. 2011 folgte die Gründung des Bundesjugendballett, einer jungen, kreativen Kompanie, die Produktionen an ungewöhnliche Orte bringt.
Als Gastchoreograf arbeitete er mit zahlreichen internationalen Compagnien zusammen – darunter das Royal Ballet in London, die Staatsopernballette von Wien, München und Dresden, das Stuttgarter Ballett sowie unter anderem das Royal Danish Ballet, das Paris Opéra Ballet, das Tokyo Ballet, das American Ballet Theatre in New York und das Bolshoi Ballet.
Neumeiers Werke umfassen mittlerweile über 170 Ballette und sind weltweit präsent.
Er wurde mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen für sein Lebenswerk geehrt: u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, dem französischen Orden „Légion d’hon- neur“, dem Kyoto-Preis für Kunst und Philosophie (2015) sowie jüngst mit der Aufnahme in den Orden „Pour le Mérite“ (2024).
2024 leitete er zum letzten Mal die jährliche Nijinsky‑Gala XLIX des Hamburg Ballett, womit eine Ära seines Wirkens als Chefchoreograf und Intendant dort offiziell abgeschlossen wurde. Dennoch bleibt er als künstlerische Leitfigur aktiv.

