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Hannes Heher
© (© Fotostudio Markus Berger, Neulengbach

Komponist / Komponistin

Hannes Heher

Geboren
26.03.1964

Der Komponist Hannes Heher (geboren 1964) ist neben seiner schöpferischen Arbeit in besonders vielseitiger Weise in der Wiener Musikszene verankert: als Musikwissenschaftler, der insbesondere für die Wiener Schule, und hier vor allem auch für Egon Wellesz, als Experte zu gelten hat; als unentwegt Organisationsarbeit und Promotion für andere Komponisten und Komponistinnen leistender „Funktionär“; und schließlich in seinem „Hauptberuf“ als redaktioneller Mitarbeiter im ORF (Ö1/Musik) als wichtige Ansprechperson für alle Fragen, die mit Noten, ja insgesamt mit Musik, und hier vor allem mit Neuer Musik zu tun haben. Hehers erster musikalischer Unterricht fand durch den Komponisten und Pianisten Wolfram Unger statt; nach der Matura studierte er an der Wiener Hochschule bzw. Universität für Musik und darstellende Kunst elektroakustische und elektronische Musik, Tonsatz, Musikerziehung und Gesangspädagogik sowie an der Universität Wien Geschichte und Chemie. Und diese vielfältigen Interessen spiegeln sich nicht zuletzt in seinen Kompositionen wider, die einerseits durch seine Lehrer Karl Heinz Füssl und Heinz Kratochwil, andererseits aber auch durch eine intensive Auseinandersetzung mit den politischen und musikalischen Ideen Hanns Eislers beeinflusst wurden.

Neben seiner Tätigkeit im ORF nahm und nimmt Heher wichtige Positionen im Wiener und österreichischen Musikleben ein. Seit 1998 gehört er dem leitenden Komitee des Egon-Wellesz-Fonds bei der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien an, 2000-2006 war er Vorstandsmitglied und 2006-2014 Vizepräsident des Österreichischen Komponistenbundes sowie Leiter des Arbeitskreises E-Musik, 2004-2006 auch Vorstandsmitglied der IGNM/Sektion Österreich. Schließlich nimmt er seit vielen Jahren die Aufgaben eines Österreich-Vertreters der Internationalen „Hanns Eisler Gesellschaft“ (Berlin) wahr. – Und Hehers kompositorisches Schaffen, dessen breite Wertschätzung durch zahlreiche Aufträge von namhaften Interpreten, Ensembles und Orchestern dokumentiert ist, wurde mit wichtigen Preisen und Stipendien ausgezeichnet: u. a. dem Stipendium der AlbanBerg-Stiftung, dem österreichischen Staatsstipendium für Komposition, dem Förderungspreis für Komposition der Stadt Wien sowie dem Förderungspreis für Musik des Landes Niederösterreich.

Hehers musikalisches Credo erscheint besonders anschaulich durch eine Äußerung Hanns Eislers wiedergegeben: „Der große chinesische Sozialethiker Mo-Ti hat schon vor mehr als 2000 Jahren eine wesentliche Unzulänglichkeit von Musik ganz richtig erkannt, wenn er schreibt: ‚Daß das Volk veranlaßt wird, Musikinstrumente zu gebrauchen, hat drei Nachteile zur Folge: die Hungrigen werden dadurch nicht satt, die Frierenden nicht gekleidet und die Müden nicht ausgeruht.‘ (aus Mo-Ti, 479-381 v. Chr.: ‚Über die Verdammung der Musik‘).“ Ganz in diesem Sinne ist Musik für Hannes Heher keineswegs nur unverbindliche Erbauung, sondern vor allem ein Versuch, konkret in die Lebenswelt der Menschen einzugreifen, und somit weit mehr als bloßes „Spielen“ mit musikalischem Material oder ein Rückzug in die Hermetik avantgardistischer Elfenbeintürme. Gerade in letzter Zeit wird ihm aber – laut eigener Aussage – immer mehr klar, „dass Bertolt Brechts Ideal einer Epoche, in der der Mensch dem Menschen kein Wolf mehr sein möge“, leider Illusion bleiben wird.

Hartmut Krones

Textquelle: ioem.net

Werke

Auszug aus dem Werkverzeichnis

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